Nicht jeder hat eine wahre Bestimmung. Und das ist auch gut so.

Scanner-Persönlichkeiten

Du hast nicht eine Leidenschaft, sondern viele? Du fängst alle paar Jahre beruflich von vorne an? Dann gehörst du vermutlich zu den Scanner-Persönlichkeiten. Warum das völlig in Ordnung ist und für Teams enorm wichtig, erklärt Karrierecoach Emilie Wapnick in einem TEDTalk.

Sehr häufig heißt es, man müsse lediglich seine einzige, wahre Bestimmung finden und schon werde man erfolgreich, glücklich, zufrieden, eins mit sich selbst etc.

Für manche Menschen mag das stimmen. Für die Spezialisten unter uns, die sich über Jahre hinweg in einem Bereich umfängliches Expertenwissen angeeignet haben. Für Leute wie meinen Bruder, der mit zehn angefangen hat, auf meinem Kindercomputer in Basic zu programmieren und mit 13 sein erstes Fachbuch zum Thema C++ besaß.

Doch was ist mit denjenigen, die viele verschiedene Interessen haben? Die ein, zwei, drei Jahre in einem Bereich arbeiten, um danach etwas völlig anderes zu machen? Die nicht einer einzigen Leidenschaft nachgehen, sondern verschiedensten Leidenschaften?

In unserer Arbeitswelt haben sie es schwer. Es heißt stets: ‘Du musst dich entscheiden!’ Den Fehler für ihr vermeintliches Scheitern suchen sie in der Regel bei sich selbst. Sie versuchen oft krampfhaft, ihre eine, echte Bestimmung auszumachen – ohne Erfolg.

Emilie Wapnick – selbst ein Multipotentialite, auch Scanner-Persönlichkeiten genannt, macht in einem TEDTalk jedem Mut, der wie sie viele Neigungen, Interessen und Passionen hat. “Nimm deine vielen Leidenschaften an. Folge deiner Neugier hinab in den Kaninchenbau. Erforsche deine Schnittmengen. Ihr Wesen anzunehmen, führt zu einem glücklicheren, authentischeren Leben.”, sagt sie. Und führt gleich drei Superkräfte auf, die Scanner-Persönlichkeiten zu unverzichtbaren Mitgliedern erfolgreicher Teams machen.

1. Konzeptsynthese

Multipotentialites sind häufig fähig, zwei oder mehrere Bereiche miteinander zu kombinieren und daraus etwas völlig Neues zu erschaffen. Das ist vor allem wichtig, wenn es darum geht, kreative Lösungen für komplexe Probleme zu finden und frische Ideen zu entwickeln.

2. Schnelles Lernen

Scanner-Persönlichkeiten wechseln häufig den Arbeitsbereich, die Branche oder den Beruf. Sie fangen immer wieder von vorne an und entwickeln daher die Fähigkeit, sich schnell in neue Felder und Thematiken einzuarbeiten und ihre Komfortzone zu verlassen. Gleichzeitig wenden sie das, was sie in einem Bereich gelernt haben, auf einen völlig anderen Bereich an und starten somit selten bei Null.

3. Anpassungsfähigkeit

Alleskönner sind die Chamäloens unter den Mitarbeitern. Sie können sich schnell auf geänderte Bedingungen einstellen und in die Rolle schlüpfen, die gerade gebraucht wird.

Ob du nun eher Spezialist bist oder Multipotentialite: Was am Ende zählt ist, dass du dir selbst treu bleibst. Oder, wie Wapnick es ausdrückt: “Wir alle sollten Leben und Karriere so gestalten, dass sie zu unserem Wesen passen.”

Sandra Stein

Sandra Stein

Sandra Stein ist Content und Editorial Manager bei Jobspotting. Über Frankreich, Luxemburg und den Ruhrpott bis Berlin - seit 2010 lebt sie in der Hauptstadt und hat nach Anstellungen in einer Kommunikationsagentur und der Inkubatoren-Szene jetzt den perfekten Rhythmus für Kind und Karriere gefunden. Sie unterstützt das Team von Jobspotting seit Ende 2014.

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