Wie du deine Stärken in der Bewerbung richtig präsentierst

So kannst du deine Stärken in der Bewerbung richtig präsentieren

Eine Bewerbung dient dazu, die eigenen Vorzüge anzupreisen und seine Talente ins beste Licht zu rücken. Das gelingt nicht immer gut. Wir verraten dir, wie du deine Stärken in der Bewerbung richtig vermittelst und damit die Chance auf ein Vorstellungsgespräch erhöhst.

Mit der Bewerbung wollen Kandidaten deutlich machen: Ich bin der perfekte Anwärter für eure Stelle! Deshalb lautet ein Ratschlag für das Verfassen einer Bewerbung auch, die Fähigkeiten in der Bewerbung aufzugreifen, die in der Ausschreibung gefordert werden.

Dieser Ratschlag gilt auch heute noch, keine Frage. Nicht selten machen Bewerber im Anschreiben dann allerdings das daraus: “Ich bin ein überzeugter Teamplayer, überaus motiviert und ausgestattet mit einem ausgeprägten analytischen Denkvermögen”. Die aufgelisteten Stärke kannst du durch jede beliebige Fähigkeit ersetzen.

Genau das möchten Personaler nicht lesen. Denn es macht dich austauschbar und sagt herzlich wenig darüber aus, was du wirklich kannst oder was dich auszeichnet. Deshalb möchte ich dir an dieser Stelle drei Tipps mit auf den Weg geben, wie du Personalern authentisch vermitteln kannst, worin du wirklich richtig gut bist.

Stärken in der Bewerbung herausarbeiten: Beispiele, Beispiele, Beispiele!

Grundsätzlich ist nichts Schlechtes daran kreativ, motiviert oder teamfähig zu sein. Im Gegenteil: Viele der bei Personalern wenig beliebten Buzzwords tauchen in den Stellenausschreibungen selbst auf. Wer in seiner Bewerbung allerdings etwas schreibt wie “Ich zeichne mich durch ein hohes Maß an [Kreativität], [beliebige Stärke 2] und [beliebige Stärke 3] aus”, der stellt zunächst lediglich Behauptungen an.

Diese müssen mit konkreten Beispielen belegt werden. Willst du etwa sagen, dass du ein absoluter Teamplayer bist, könntest du das so formulieren:

“In enger Abstimmung mit meiner englischsprachigen Kollegin entwickelte ich ein Konzept für ein Online-Magazin zum Thema ‘Tourismus in Berlin’. Ich übernahm die Redaktion deutscher Artikel und deren Veröffentlichung und Vermarktung auf unseren Social-Media-Kanälen. Außerdem zeichnete ich mich für Aufbau und Pflege von Content-Partnerschaften im deutschsprachigen Raum verantwortlich, während meine Kollegin den englischsprachigen Markt abdeckte. Gemeinsam konnten wir im ersten halben Jahr eine Leserschaft von monatlich 10.000 wiederkehrenden Lesern aufbauen.”

Dieses Beispiel belegt übrigens nicht nur Teamfähigkeit, sondern auch die Fähigkeit zu eigenverantwortlichem Arbeiten. Auch Mitgliedschaften in Sportvereinen, Studentengruppen oder im Betriebsrat sind geeignete Beispiele.

Darüber hinaus solltest du im Lebenslauf nicht nur deine bisherigen beruflichen Etappen auflisten, sondern jeweils kurz skizzieren, welche Tätigkeiten du dort übernommen hast. Konzentrier dich dabei auf die Dinge, die für die ausgeschriebenen Stelle relevant sind. Das gilt übrigens ebenso bei der Auswahl der einzelnen Etappen. Während bei einer Bewerbung bei einer Agentur für politische Kommunikation dein Praktikum im Büro eines Abgeordneten interessant sein kann, gilt das für eine angestrebte Stelle im Marketing weniger.

Stärken in der Bewerbung herausarbeiten: Nicht bloß nennen, belegen!

Neben klugen Um- und Beschreibungen deiner Stärken sind harte Beweise unabdingbar. Dazu gehören beispielsweise Arbeitszeugnisse. Die allerdings strotzen nicht selten selbst vor Floskeln und aufgeblähten Begriffen. Besser noch sind Arbeitsproben.

Wenn du dich beispielsweise im Bereich Redaktion, PR oder Kommunikation bewirbst, sind Artikelbeispiele Gold wert. Gib etwa einen persönlichen oder Unternehmensblog an, an dem du gearbeitet hast oder füge Texte bei, die du für einen ehemaligen Arbeitgeber verfasst hat. Entwickler können ihr Github-Profil angeben, Grafik-Designer ein Portfolio anhängen und Marketing-Pros auf Kampagnen verweisen, an denen sie mitgewirkt haben.

Stärken in der Bewerbung herausarbeiten: Vergiss deine Online-Profile nicht!

Wenn ein Personaler deine Bewerbung interessant findet, wird er auch im Internet nach dir Ausschau halten. Kümmere dich also nicht erst um deine Online-Präsenzen, wenn die Bewerbung schon raus ist. Vergiss nicht: Dienste wie LinkedIn oder XING bieten dir zusätzliche Chancen, dich von deiner besten Seite zu präsentieren und auf einen Blick zu überzeugen.

Buzzword-Bingo ist dabei allerdings nicht der ideale Weg. Laut LinkedIn gehören zu den am weitesten verbreiteten Schlagworten in den Profilen deutscher Nutzer Begriffe wie ‘strategisch’, ‘motiviert’ oder ‘verantwortungsvoll’. In gewisser Weise leben Netzwerke wie LinkedIn oder XING auch von solchen Begriffen. Wer seine Profile mit relevanten Schlagworten SEO-optimiert sorgt dafür, dass er in der netzwerkinternen Suche, aber auch bei Diensten wie Google oder Yahoo besser gefunden wird. Das Problem ist nur: Wenn diese Begriffe für sich stehen, sind sie wenig aussagekräftig. Auch bei deinen Online-Profilen solltest du daher dem Motto “Nicht bloß nennen, belegen!” folgen. Dafür stehen dir mehrere Möglichkeiten offen.

Der Profilspruch bei XING bzw. die Zusammenfassung auf LinkedIn bieten Raum, deine Stärken kurz und knapp zu präsentieren. Den Platz für die Tätigkeitsbeschreibung kannst du nutzen, um konkrete Aufgabenfelder zu skizzieren und Erfolge zu erwähnen. Nutze außerdem die Möglichkeit, Arbeitsproben anzuhängen. Bei LinkedIn geht das direkt bei den jeweiligen beruflichen Etappen, bei XING läuft es über die Portfolio-Funktion. Bei LinkedIn kannst du Kenntnisse außerdem von anderen Nutzern bestätigen lassen und Referenzen von ehemaligen Kollegen, Vorgesetzten oder Auftraggebern einbinden. Weitere Tipps wie du deine Online-Profile attraktiver gestalten kannst, findest du übrigens in unserem Artikel “Kein Personaler spricht dich bei XING und LinkedIn an? So änderst du das!”.

Ein letzter Tipp: Weniger ist mehr

Statt deine Bewerbung mit unzähligen Vorzügen vollzupfropfen, solltest du dich auf zwei, drei Stärken konzentrieren, die dich einerseits besonders auszeichnen und andererseits für die ausgeschriebene Stelle sehr relevant sind. Aus den zusätzlichen Informationen im Lebenslauf, auf deinen Online-Profilen oder einer Webseite lassen sich weitere Fähigkeiten herauslesen. Wer als Personaler dann noch nicht genug herausgefunden hat, wird es im Vorstellungsgespräch tun.

Sandra Stein

Sandra Stein

Sandra Stein ist Content und Editorial Manager bei Jobspotting. Über Frankreich, Luxemburg und den Ruhrpott bis Berlin - seit 2010 lebt sie in der Hauptstadt und hat nach Anstellungen in einer Kommunikationsagentur und der Inkubatoren-Szene jetzt den perfekten Rhythmus für Kind und Karriere gefunden. Sie unterstützt das Team von Jobspotting seit Ende 2014.

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